Gottesdienst für Menschen und ihre Hunde

Es ging um eine dringende Familienangelegenheit in der Familie des Pfarrers, der mich an einem Freitag angerufen hatte mit der Bitte, den Gottesdienst am kommenden Sonntag in seiner Gemeinde zu übernehmen. Für solche Fälle habe ich eigentlich einen zuverlässigen Hundesitter, der sich gerne meiner Hündin Liesel annimmt. Aber der war im Urlaub. Und deshalb sagte ich, dass ich den Gottesdienst gerne übernähme, aber niemanden für meine Hündin hätte. „Kein Problem“, lautete die Antwort, „bring sie mit. Meinen Segen hast du und die Hündin auch.“ Und so nahm Liesel an diesem Gottesdienst teil. Ich bildete mir ein, dass die Tatsache, dass sie schon nach den ersten Sätzen meiner Predigt eingeschlafen war, kein Qualitätsurteil darstellte.

Nicht erst auf Grund dieser persönlichen Erfahrung, sondern weil mir bereits vorher einmal eine alleinstehende Frau gesagt hatte, sie würde gerne an Gottesdienst teilnehmen, wenn sie nur ihren Hund mitbringen dürfte, hat mich die Frage beschäftigt, ob es nicht auch anderen Menschen so ergeht. Wieso, habe ich mich gefragt, kann ein Hund nicht an einem Gottesdienst teilnehmen. Schließlich ist er ein Mitgeschöpf und nicht selten für einen Menschen das einzige Mitgeschöpf, das ihm geblieben ist.

Aus diesem Grund möchte ich es einmal mit einem „Hundegottesdienst“ versuchen, zu dem „Hundemenschen“ mit ihren Hunden, aber selbstverständlich auch Menschen ohne Hunde ganz herzlich eingeladen sind. Sicher ist es überflüssig zu erwähnen, dass Hunde, die stets den großen Wolf herauslassen, oder die mehr und lauter „reden“ als Pfarrer oder Pfarrerin, vorher die Hundeschule besuchen müssen. Die Verantwortung liegt ja immer bei der Person, die das eine Ende der Hundeleine in der Hand hält.

Ich freue mich auf viele freundliche Menschen, die mit oder ohne freundliche Hunde zu diesem Gottesdienst kommen.

Bernd Flamming

Seid gern dabei – diese Mal in der Abendkirche: Sonntag | 23. Juni | 18 Uhr | Kirchhof | Prädikant Bernd Flamming